Rechtliches zum Thema Webdesign

Zz|Sorrow
Hallo Forengemeinde!

also ich hoffe mal ich bin in der Forenecke richtig. Also ich habe mitlerweile einges an Erfahrung als Webdesigner angehäuft und auch schon ein Praktikum gemacht usw. Weil ich noch Schüler bin (16 Jahre alt) will ich mir jetzt auf diese weise ein wenig Geld dazuverdienen. Meine Frage dazu wäre jetzt: Muss ich dafür extra soetwas wie ein Gewerbe anmelden? Mehrwertsteuer bezahlen? An wen muss ich mich da genau wenden?

Ich hab schonmal einige Sachen bei Google gelesen und wenn ich es richtig deute müsste ich ja als 'Freier Künstler' durchgehen oder? Aber wie sieht es bei denen mit den Abgaben aus? Ich wäre über jeden Hinweis oder Ratschlag wirklich dankbar!

lg
Sorrow
NASA
Ich möchte Dir nicht den Wind aus den Segeln nehmen, aber es gibt dabei einiges zu bedenken. Als Einstieg kannst Du Dir mal diese beiden Threads anschauen:
Homepage designen?
Wie verdient ihr Geld? (An die jüngeren^^)

Wenn Du ein Gewerbe anmeldest bzw. eine Homepage zu gewerblichen Zwecken betreibst (im weitesten Sinne reichen dafür schon google-Ads oder Bannerwerbung) drohen recht viele Fallstricke gerade im Wettbewerbsrecht. Da wird gerne mal mit Abmahnungen im 4-stelligen Euro-Bereich operiert:
http://www.rettet-das-internet.de/beispiele.htm
http://www.stern.de/computer-technik/internet/?id=513174
Grundsätzlich kann Dich das auch als "Privatmann" treffen, aber bei "gewerblichen" gibts halt noch strengere Regeln (z.B. UWG).

Wegen der steuerlichen Seite musst Du einen Steuerberater konsultieren, in Deutschland darf Dich sonst niemand beraten. Vielleicht hilft das hier aber schonmal weiter:
http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__19.html

Ansonsten hab ich noch folgende Links zu bieten:
http://www.existenzgruender.de/
http://www.kleingewerbe.com/
http://www.gewerbe-anmelden.info/

Mit dem Künstler ist das so eine Sache, ich weiß zum einen nicht, ob Webdesigner überhaupt unter Kunst fallen können, und selbst wenn stellt sich die Frage, ob der zuständige Sachbearbeiter beim Finanzamt das auch so sieht.
Ohne jetzt Deine Kenntnisse und Fertigkeiten abwerten zu wollen, aber nicht jede Webseite die einigermaßen sauber daherkommt würde ich gleich als Kunst bezeichnen. Ich lege da einen etwas anderen Maßstab an, der am ehesten mit dem Begriff Schöpfungshöhe verbunden ist. So gesehen müsstest Du das mit dem Künstler vielleicht vorher klären.

Noch ein paar allgemeine Tipps:
Für professionelle Auftraggeber ist Zuverlässigkeit mit am wichtigsten. Niemand hat etwas von einer tollen Webseite zum 50. Firmenjubiläum, die erst 1 Jahr später fertig ist.
Bei größeren Projekten verschätzt man sich sehr schnell, was den Aufwand angeht. Andrerseits wollen viele Firmen einen Festpreis genannt haben. Kalkulation bzw. "unternehmerisches Risiko" ist Dein Problem. Kalkulierst Du "zu tief", arbeitest Du vielleicht für 1 Euro die Stunde, bei "zu hoch" kriegst Du den Auftrag evtl. nicht.
Für die Erstellung von ganzen Webpräsenzen musst Du meistens mehrere Dinge beherrschen (Grafik/Design, Layout, gutes Deutsch, HTML/CSS/PHP...). Oft will auch der Auftraggeber die Seite danach selber pflegen und verlangt deshalb ein bestimmtes CMS. Auch in dieser Ecke brauchst Du dann Kenntnisse.
Darüberhinaus musst Du in der Lage sein, Dich auf verschiedene Kunden und deren Bedürfnisse einzustellen. Eine Metzgerei möchte sicherlich nicht diesselben Internetseiten wie der örtliche Versicherungsmakler oder wie die Clanpage vom CS-Clan nebenan.

Mein Tipp: Konzentrier Dich auf die Schule, nutze die Zeit, die Du daneben noch hast um Dein Hobby Webdesign zu pflegen und Dich möglichst in der Breite weiterzubilden.
Nach dem Schulabschluss kannst Du dann entscheiden, ob Du Dich selbstständig machen willst, oder eine entsprechende oder verwandte Ausbildung oder Studium anstrebst (wobei ich diesen Weg gegenüber dem "Selbstständigmachen" eindeutig favorisiere). Auch eine kaufmännische Ausbildung ist dabei für ein späteres eigenes Geschäft von großem Vorteil.

So, das wars mal fürs erste. Falls mir nochwas einfällt, leg ich nochmal nach.
Zz|Sorrow
Zitat:
Original von NASA
Ich möchte Dir nicht den Wind aus den Segeln nehmen, aber es gibt dabei einiges zu bedenken. Als Einstieg kannst Du Dir mal diese beiden Threads anschauen:[...]
Wie verdient ihr Geld? (An die jüngeren^^)

Den Thread hab ich mir schon zu Gemüte geführt. Allerdings sind die meisten möglichkeiten Geld zu verdienen bei mir nicht vorhanden (unsere Nachbarn wollen alle ihren Rasen selbst mähen^^ und bei nem Zeitungsausträger Job hab ich ne Absage bekommen)

Zitat:
Original von NASA
Wenn Du ein Gewerbe anmeldest bzw. eine Homepage zu gewerblichen Zwecken betreibst (im weitesten Sinne reichen dafür schon google-Ads oder Bannerwerbung) drohen recht viele Fallstricke gerade im Wettbewerbsrecht. Da wird gerne mal mit Abmahnungen im 4-stelligen Euro-Bereich operiert:
http://www.rettet-das-internet.de/beispiele.htm
http://www.stern.de/computer-technik/internet/?id=513174
Grundsätzlich kann Dich das auch als "Privatmann" treffen, aber bei "gewerblichen" gibts halt noch strengere Regeln (z.B. UWG).

Ich hab vor ien paar Wochen ein Praktikum beim Webdesigner gemacht. Der hat mir auch einige von diesen abenteuerlichen Geschichten erzählt. Also die Seite des Internets ist mir nicht gänzlich unbekannt.

Zitat:
Original von NASA
Mit dem Künstler ist das so eine Sache, ich weiß zum einen nicht, ob Webdesigner überhaupt unter Kunst fallen können, und selbst wenn stellt sich die Frage, ob der zuständige Sachbearbeiter beim Finanzamt das auch so sieht.
Ohne jetzt Deine Kenntnisse und Fertigkeiten abwerten zu wollen, aber nicht jede Webseite die einigermaßen sauber daherkommt würde ich gleich als Kunst bezeichnen. Ich lege da einen etwas anderen Maßstab an, der am ehesten mit dem Begriff Schöpfungshöhe verbunden ist. So gesehen müsstest Du das mit dem Künstler vielleicht vorher klären.

Doch, als Webdesigner kann man als Künstler durchgehen. Augenzwinkern Mein Chef beim Praktikum arbeitet ja als selbststäniger. Und ist staatlich anerkannter Künstler. Er meinte sofern man mal als Webdesigner anfängt sollte man sich auf jeden Fall als Künstler behandeln lassen, da das steuerlich wesentlich günstiger wäre.

Zitat:
Original von NASA
Mein Tipp: Konzentrier Dich auf die Schule, nutze die Zeit, die Du daneben noch hast um Dein Hobby Webdesign zu pflegen und Dich möglichst in der Breite weiterzubilden.
Nach dem Schulabschluss kannst Du dann entscheiden, ob Du Dich selbstständig machen willst, oder eine entsprechende oder verwandte Ausbildung oder Studium anstrebst (wobei ich diesen Weg gegenüber dem "Selbstständigmachen" eindeutig favorisiere). Auch eine kaufmännische Ausbildung ist dabei für ein späteres eigenes Geschäft von großem Vorteil.

Du hast wohl recht. Naja wäre irgendwo gesehen auch ein wenig zu schön gewesen sein Hobby als 'Beruf' auszuüben. Ich danke dir für diesen Ellenlangen Post und für deine Ratschläge. Ist mal wieder in gewohnter Frankn.com-Forum Qualität Augenzwinkern Ein schönes Wochenende wünsch ich dir

Sorrow