NASA
| Zitat: |
| Original von Freestyler92 Wenn ihr mal den Brief liest sieht man eine Menge "Wahrheit" in seinen Texten. |
Damit sich jeder mal ein Bild davon machen kann, was in diesem Brief drinsteht:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24032/1.html
Meine Meinung hierzu: Der Junge hat vieles nicht zu Ende gedacht. Er will, dass jeder eine Waffe haben soll. Ja, und dann?
Dann ist nicht mehr derjenige der Obermatz, der das neueste Handy, die geilsten Klamotten usw. hat, sondern derjenige, der die größte Knarre hat, bzw. derjenige mit den geringsten Skrupeln, sie einzusetzen. Was soll sich dadurch gesamtgesellschaftlich verbessern (außer dass er, der er sich als Loser fühlt, dann vielleicht zu den "Gewinnern" zählen würde)?
Er schreibt: "Somit werden heutzutage Punks, Penner, Mörder, Gothics, Schwule usw. als unnormal bezeichnet, weil sie den allgemeinen Vorstellungen der Gesellschaft nicht gerecht werden, können oder wollen"
Ich würde zumindest behaupten, dass (von Mördern mal abgesehen), gerade heute in den westlichen Ländern eine sehr hohe Toleranz gegenüber vielen "Exoten" durchaus weitverbreitet ist (sicherlich regional unterschiedlich, aber im gesamten zutreffend). Da hat sich gerade in den letzten 30-40 Jahren sehr viel zum Positiven entwickelt. Und auch ausgewiesenen Individualisten räumt man sehr große Freiheiten ein (egal, ob diese sich nun als Künstler, "Aussteiger" oder sonstwie manifestiert).
Was er überhaupt nicht erkannt hat: Die Freiheit des Einzelnen kann nur soweit gehen, wie die Freiheit anderer nicht eingeschränkt wird. Darum ist es sinnvoll, gewisse Regeln aufzustellen, damit nicht einzelne für ihre individuelle Freiheit das Leben anderer Menschen unfreier machen. So kann zum Beispiel die "Freiheit, so schnell fahren zu können, wie man will", darum eingeschränkt werden, damit man Anwohnern nicht unverhältnismäßig hohe Lärmpegel zumutet oder um das Leben von Fußgängern/Kindern nicht zu gefährden.
Dass man als Mensch nicht nur Rechte und Freiheiten hat, sondern eben auch Pflichten wurde dem jungen Mann offensichtlich nie vermittelt. Ob er wohl in der Lage gewesen wäre, sich alleine zu ernähren, für Kleidung, Unterschlupf und medizinische Versorgung zu sorgen, wenn die "Gesellschaft" beschlossen hätte, ihm die "Freiheit" auf einer entlegenen Insel zu schenken? Das ist eben das Problem der heutigen Welt, durch den Übergang von der Selbstversorgung zur Tauschwirtschaft (auch Geld ist letztendlich nur ein Tauschobjekt) ist man von anderen Menschen abhängig. Durch diese Wechselwirkung ist eine gewisse "Sozialität" erforderlich.
All diese (Er-)kenntnisse sollten eigentlich in der Schule vermittelt werden. Die Schulpflicht will er abschaffen. Dass für die von ihm angepeilte "Revolution" vor allen Dingen Menschen gebraucht werden, die durch entsprechende Bildung(!) überhaupt erst einmal in die Lage versetzt werden, zu erkennen, dass das "System", wie es sich jetzt darstellt, verändert, verbessert werden kann, blendet er dabei völlig aus. Wäre ganz Deutschland ein Haufen strunzdummer Prolls, wäre das Regieren wohl sehr viel leichter... (obwohl...).
Der untere Teil, mit den rassistischen Angriffen zeigt aus meiner Sicht, welch krudes Weltbild dieser Junge anscheinend hatte. Auf der einen Seite redet er dem Individualismus das Wort, um dann hier ganze Bevölkerungsteile vergasen zu wollen. Offensichtlich fühlt er sich als "Übermensch", der nicht zur Entfaltung kommen konnte, weil jeder ihn daran hinderte. Und dabei ist er doch nur ein bedauerlicher Narzisst
| Zitat: |
| Original von Freestyler92 ...Es liegt ganz und allein an der Politik heutzutage... |
Seh ich nicht so. Die Politik kann sicher Rahmenbedingungen schaffen, ob das jetzt für die Kindererziehung, die wirtschaftliche Entwicklung, Arbeitslosigkeit oder sonstwas gilt.
Letztendlich liegt die Verantwortung in anderen Händen (Eltern, Unternehmer, letztendlich an der ganzen Gesellschaft).
Ganz interessant in diesem Zusammenhang vielleicht auch noch folgender Artikel:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/12/12426/1.html
Da bekommt die Aussage von der "schuldigen Politik" gleich einen ganz anderen Dreh.
"Entschuldigen Sie, dass mein Brief so lang wurde, ich hatte keine Zeit für einen kürzeren" (Goethe)
.